Auf den Spuren der Geschichte und alter Brennkunst
40 Senioren der Markt-Kompanie besuchen die Destille in Bad Wünnenberg
Einen abwechslungsreichen Ausflug mit interessanten Einblicken in die regionale Geschichte und die traditionelle Herstellung edler Brände erlebten 40 Seniorinnen und Senioren der Markt-Kompanie Schloß Neuhaus bei ihrem Besuch in Bad Wünnenberg.
Zum Auftakt wurden die Teilnehmenden in der Heimatscheune von der Vorsitzenden des Heimatvereins Bad Wünnenberg, Ilse Klinke, begrüßt. Der ehemalige Oberst des Schützenvereins Bad Wünnenberg, Ulrich Scharfen, vermittelte anschließend spannende geschichtliche Hintergründe zur Stadt Bad Wünnenberg und beleuchtete insbesondere die historischen Verbindungen zu Schloß Neuhaus, damals Neuhaus.
Dabei ging es auch um die gemeinsame Geschichte im Hochstift Paderborn. Neuhaus war seit 1370 die Residenz der Paderborner Fürstbischöfe. Unter Fürstbischof Ferdinand II. von Fürstenberg (1661–1683) erlebte das Hochstift eine religiöse und kulturelle Blüte. Ferdinand förderte die Wissenschaften und die Künste und ließ zahlreiche Bauprojekte verwirklichen. Schloss Neuhaus entwickelte sich in dieser Zeit zu einem bedeutenden gesellschaftlichen und geistigen Mittelpunkt des Hochstifts.
Besonders eindrucksvoll waren die Schilderungen der wiederholten Stadtbrände in Bad Wünnenberg. Nachdem die Stadt bereits 1677 von einem verheerenden Feuer heimgesucht worden war, kam es am 7. Dezember 1725 erneut zu einem folgenschweren Brand. Die fürstbischöfliche Obrigkeit in Neuhaus zog daraus Konsequenzen für den Wiederaufbau: In der Oberstadt durfte nicht mehr jedes Haus an seinem bisherigen Standort wiedererrichtet werden. Ein Teil der betroffenen Familien musste seine Häuser im Tal, im sogenannten „Bruch“, neu aufbauen. Diese Maßnahme sollte die enge Bebauung auf dem Berg auflockern und das Risiko einer erneuten Ausbreitung von Feuern verringern. So entwickelte sich die bis heute charakteristische Aufteilung Bad Wünnenbergs in Ober- und Unterstadt.
Im Anschluss erkundeten die Senioren bei einem kleinen Rundgang die Oberstadt von Bad Wünnenberg. Dabei bot sich Gelegenheit, die historischen Gebäude und das besondere Ambiente des Ortes kennenzulernen.
Ein weiterer Höhepunkt wartete im historischen Speicher am Stadtring. Dort wurde die Ü60 Gruppe von Ilse Klinke, der Vorsitzenden des Heimatvereins Wünnenberg, begrüßt. Der Speicher stammt ursprünglich aus dem Jahr 1697 und wurde vom Heimatverein in Bad Wünnenberg wieder aufgebaut. Heute ist er ein wichtiger Ort, an dem regionale Geschichte und traditionelles Handwerk lebendig gehalten werden.
Der ehemalige Apotheker Ulrich Klinke erläuterte zunächst in der Heimatscheune die Besonderheiten alter Apfelsorten. Anschließend führte er die Besucher in die im Keller des Speichers untergebrachte Destille ein. Anschaulich erklärte er die Herstellung verschiedener Schnäpse und Liköre und gab Einblicke in die Verarbeitung heimischer Früchte.
Natürlich durfte bei so viel Wissenswertem auch die praktische Erfahrung nicht fehlen: Eine Verkostung der regionalen Erzeugnisse rundete den Besuch ab und sorgte für gesellige Momente.
Bei Kaffee und Kuchen im historischen Speicher ließen die Teilnehmer den erlebnisreichen Nachmittag gemütlich ausklingen. Der Besuch zeigte eindrucksvoll, wie engagiert der Heimatverein Wünnenberg die Geschichte, das alte Handwerk und die regionalen Traditionen bewahrt und für Besucher erlebbar macht.
Anschließend ging es zur Baude der Königsträßer Kompanie, wo der Ausflug bei gutem Essen, kühlen Getränken und vielen angeregten Gesprächen einen geselligen Abschluss fand.
Natürlich durfte auch das traditionelle Preisknobeln nicht fehlen. Dabei entwickelte sich ein spannender Wettkampf, den Martina Giesguth nach einem Stechen gegen Heinrich Güthoff für sich entscheiden konnte. Heinrich Güthoff belegte damit den zweiten Platz, während sich Rosi Brüseke über den dritten Platz freuen durfte.
Für die Senioren der Markt-Kompanie war es eine gelungene Mischung aus Heimatgeschichte, interessanten Begegnungen und geselligem Beisammensein. Ein Ausflug, der einmal mehr zeigte, wie viel es in unserer näheren Heimat zu entdecken gibt und wie schön es ist, solche Erlebnisse in guter Gemeinschaft zu teilen.
